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BMU - Pressemitteiung

Nr. 025/07
Berlin, 28. Januar 2007


Geld vom Staat fürs Energiesparen

Bundesumweltministerium informiert über Förderprogramme / Broschüre neu aufgelegt

Eine komplett aktualisierte Auflage der Informationsbroschüre über Förderprogramme für Energiesparmaßnahmen und erneuerbare Energien hat das Bundesumweltministerium in Zusammenarbeit mit dem BINE Informationsdienst herausgegeben. Rund 900 Förderprogramme der Europäischen Union, von Bund, Ländern, Kommunen und Energieversorgern werden vorgestellt. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: "Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern einen schnellen Überblick bieten, welche Fördermittel es gibt und wo diese beantragt werden können. Wer Energie spart, schont nicht nur die endlichen Ressourcen, sondern auch den eigenen Geldbeutel." Die Bundesregierung stellt 1,4 Milliarden Euro für die energetische Gebäudesanierung und 213 Millionen Euro für das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien bereit. Damit sind die Fördermittel in beiden Bereichen deutlich aufgestockt worden.

Klimaschutz ist nicht allein Sache des Staates. Auch Wirtschaft, Verkehr und private Haushalte müssen ihren Beitrag leisten. Dies wird auch belohnt: Durch verbesserte Wärmedämmung, energiesparende Geräte und Nutzung von erneuerbaren Energien lassen sich erheblich Ressourcen sparen. Auch mit Blick auf die hohen Energiepreise lohnen sich solche Maßnahmen.

Klimaschutz ist auch gesamtwirtschaftlich vorteilhaft. Zum einen werden zukünftige Folgeschäden des Klimawandels verringert. Zum anderen sichert der Umwelt- und Klimaschutz in Deutschland mittlerweile 1,5 Mio. Arbeitsplätze.

Die Broschüre "Geld vom Staat für Energiesparen und erneuerbare Energien" ist kostenlos erhältlich beim BMU, Postfach 30 03 61, 53183 Bonn, Fax: 0228/99305-3356, E-Mail: bmu@broschuerenversand.de (Bestellnummer 2108). Die Broschüre kann auch im Internet ( www.bmu.de) abgerufen werden. Zusätzlich informiert der BINE Informationsdienst Privatpersonen unter einer Förder-Hotline, Telefon 0228/9 23 79-14, sowie im Internet unter www.energiefoerderung.info. Hier werden auch aktuelle Änderungen angezeigt, die mit Blick auf zukünftige Programmänderungen berücksichtigt werden sollten.

Diskussion BMU

Diskussion um Kosten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes

Die Kosten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für die deutschen Stromverbraucher dürften 2005 gegenüber dem Vorjahr sinken - obwohl der nach dem EEG vergütete Strom um fast 20 Prozent stieg. Damit widerlegt das Bundesumweltministerium eine aktuelle Abschätzung des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), nach der die "Ökostrom-Förderung" in diesem und im nächsten Jahr deutlich steigen würde.

Unter der Überschrift "Ökostrom-Förderung steigt auf drei Milliarden Euro" hat der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) Ende Oktober aktuelle Abschätzungen zu den 2005 und 2006 zu erwartenden Kosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien vorgelegt. Diese basieren auf Angaben des Verbandes der Netzbetreiber (VDN). Die Stromkunden in Deutschland würden demnach in diesem Jahr 2,7 Milliarden Euro Mehrkosten aufgrund des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zahlen. Dieser Betrag soll laut VDEW im nächsten Jahr dann auf 2,9 Milliarden Euro steigen.

Eine nähere Überprüfung dieser Zahlen zeigt, dass der VDEW bei seinen Berechnungen offenbar von unzutreffend niedrigen Annahmen zum Wert des nach EEG vergüteten Stroms ausgegangen ist. Wird hier nämlich, wie vom VDEW selber vorgeschlagen, auf den Börsenpreis für Grundlaststrom zurückgegriffen, ergeben sich auf Basis der vom VDN veröffentlichten Prognosen deutlich niedrigere Zahlen und insbesondere auch ein völlig anderer Trend:

Die EEG-Kosten für die deutschen Stromverbraucher dürften demnach 2005 gegenüber dem Vorjahr nicht ansteigen, sondern auf rund 2,4 Milliarden Euro zurückgehen (2004: 2,5 Milliarden Euro) - und das trotz einer fast 20-prozentigen Steigerung des nach EEG vergüteten Stroms aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse!

Grund hierfür ist der massive Sprung der Preise für konventionell erzeugten Strom an der Leipziger Strombörse eex in diesem Jahr: Betrug der durchschnittliche Börsenpreis für Grundlaststrom 2004 im Jahresmittel noch 2,85 Cent pro Kilowattstunde (Cent/kWh), liegt der Jahresmittelwert für 2005 inzwischen bei 4,2 Cent/kWh; ein Plus von etwa 50 % in nur 10 Monaten!

Wird für das nächste Jahr eine - nur moderate - weitere Strompreissteigerung auf 4,5 Cent je Kilowattstunde angenommen, ergäbe sich trotz weiter deutlich zulegender EEG-Strommengen lediglich ein Anstieg der EEG-Kosten um 4 % auf dann rund 2,5 Milliarden Euro. Und selbst bei Konstanz der Börsenstrompreise lägen die EEG-Kosten der Verbraucher lediglich bei knapp 2,7 Milliarden Euro - und damit deutlich unter den von VDEW angegebenen Werten.

Die oben genannten Rechnungen berücksichtigen dabei im Übrigen nicht die externen Kosten der Stromerzeugung, das heißt Schäden Dritter, die sich nicht in den Strompreisen niederschlagen. Diese liegen bei der konventionellen Stromerzeugung deutlich höher als bei den erneuerbaren Energien. Würden als eine untere Schätzung - verschiedene Studien weisen zum Teil deutlich höhere Werte aus - zusätzlich externe Kosten von 2 Cent je Kilowattstunde in Ansatz gebracht, sänken die Mehrkosten des EEG-Stroms auf Werte zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro (siehe Tabelle).

Insgesamt zeigt sich, dass Deutschland mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien auf dem richtigen Weg ist: Während die Kosten der konventionellen Stromerzeugung durch die erforderlichen Kraftwerksneubauten und steigende Brennstoffpreise rasch steigen, gehen die meisten der im EEG festgeschriebenen Einspeisevergütungen jährlich zurück. Die Wirtschaftlichkeit der erneuerbaren Energien verbessert sich stetig.

  2004 Schätzung für 2005 Schätzungen für 2006
EEG-Strommenge 38.511 GWh* 45.447 GWh+ 49.286 GWh+
Durchschn. EEG-Vergütung 9,29 ct/kWh* 9,53 ct/kWh+ 9,65 ct/kWh+
Summe EEG-Vergütungen 3.578 Mio. €* 4.331 Mio. €+ 4.756 Mio. €+
Angesetzter Wert für den EEG-Strom (durchschn. Börsenpreis für Grundlaststrom) 2,85 ct/kWh** 4,2 ct/kWh** 4, 5 ct/kWh++ 4,2 ct/kWh++
Hieraus resultierende EEG-Mehrkosten (Differenzkosten; ohne Berücksichtigung externer Kosten) 2.480 Mio. € 2.422 Mio. € 2.538 Mio. € 2.687 Mio. €
EEG-Differenzkosten bei Berücksichtigung von externen Kosten von zusätzlich 2ct/kWh +++ 1.710 Mio. € 1.513 Mio. € 1.553 Mio. € 1.700 Mio. €
* Verband der Netzbetreiber (VDN): Jahresabrechung für 2004
** Börsenpreis für Grundlaststrom (Jahresmittel)
+ VDN: Jahresprognose 2005/2006 (Stand 31.10.2005)
++ Abschätzung BMU für 2006
+++ untere Grenze die externen Kosten der konventionellen Stromerzeugung im Vergleich zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (Studien weisen hier zum Teil deutlich höhere Werte aus)
GWh = Gigawattstunden (eine Gigawattstunde entspricht einer Million Kilowattstunden (KWh))
   
   
   

 

 

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